2014


Sebnitz (DE) & Dolní Poustevna (CZ) 
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Dez. 2014
Hinterhermsdorf: Gedenktafel wieder angebracht


Foto Unger, SZ

Wie die Sächsische Zeitung vom 10. Dezember 2014 berichtete, ist die über mehrere Wochen vermisste und wieder aufgetauchte Sandsteintafel zur Erinnerung an den Todesmarsch, der im April 1945 Hinterhermsdorf passierte, auf Veranlassung der Stadtverwaltung Sebnitz wieder angebracht worden. Sie hängt seit den letzten Novembertagen wieder am angestammten Platz an der Mauer gegenüber der Richter-Schmiede. Sächsische Zeitung (Sebnitz) vom 10.12.2014 nach oben - to the top
Nov. 2014 Schülerinnen und Schüler unterwegs auf Todesmarsch-Spuren ins Khaatal. Verlust einer Sandsteintafel aufgeklärt


Foto Zschiedrich, SZ

Unter Anleitung von Roland Hering (VVN-BdA Radebeul) sind am 11. November zwanzig Schülerinnen und Schüler der Oberschule Radebeul-Kötzschenbroda bei trüben Novemberwetter, in Schlappen und ohne Essen und Trinken der Trasse der einstigen Todeskolonne von Hinterhermsdorf ins Khaatal gefolgt. Was auf den ersten Blick befremdlich wirkt und an Selbstversuche erinnert, soll - so das Anliegen des Projekts - die Beteiligten dazu anregen, sich ein wenig in die Lage der Häftlinge zu versetzen, die im nasskalten April 1945 vom KZ-Außenlager Schwarzheide (nördlich von Dresden) über die damalige Gaugrenze in Richtung Theresienstadt getrieben wurden. Für die von Hunger, Strapazen und Krankheiten geschwächten Männer war die Strecke damals ein Todesmarsch. Die SS-Bewacher erschossen alle jene, die nicht mehr folgen konnten. 
Die Schüler aus Kötzschenbroda markierten auf dem Rückmarsch in Hinterhermsdorf an der Mauer gegenüber der Richterschmiede jene Stelle, an der bis kurzem eine der Sandsteintafeln zur Erinnerung an den Todesmarsch befestigt war, mit einem Plakat. Der Verlust der Tafel war im Oktober festgestellt worden. Es handelte sich um eine Tafel des Lehrpfads "Dem Schweigen entrissen" mit der Inschrift: „Am 25. April 1945 zog hier die Todeskolonne aus dem faschistischen KZ Schwarzheide vorüber“. Sie stand, wie alle Tafeln des Gedenkpfads, unter Denkmalschutz. 
Die SZ konnte in diesem Zusammenhang ermitteln, dass es das Ordnungsamt Sebnitz war, welches die Tafel abnehmen und einlagern ließ. Als Begründung hat das Amt eine "defekte Halterung" genannt. Wir haben dem Leiter des Ordnungsamtes nunmehr vorgeschlagen, die Tafel im Frühjahr 2015 wieder anzubringen, so dass sie zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus erneut von uns eingeweiht werden kann. Sächsische Zeitung (Sebnitz) vom 14.11.2014
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Mai 2014 Geschichte des Felskletterns in Neustadt/ Sa. 
Ausstellung von Joachim Schindler


Das Neustädter Stadtmuseum

Im März 2014 jährte sich zum 150. Mal die Erstbesteigung des Falkensteines durch die Schandauer Turner. Wenngleich sie den Gipfel 1864 nicht ohne Hilfsmittel erreichten, markierte diese Besteigung dennoch den Beginn des Felskletterns in der Sächsischen Schweiz. Aus diesem Anlass zeigt das Stadtmuseum Neustadt in Sachsen vom 10. Mai bis 24. August 2014 die von Joachim Schindler kuratierte Ausstellung "Wenn die Felsen rufen - die Geschichte des Kletterns in Neustadt in Sachsen" zur Klettergeschichte in Neustadt in Sachsen. Eröffnet wir die Schau am 9. Mai 2014 um 19 Uhr im Stadtmuseum Neustadt; für Besucher ist sie ab 10. Mai zugänglich. Mehr nach oben - to the top
April 2014 Lausitzer Almanach zum 70. Jahrestag der Befreiung

Im Mai 2015 jährt sich zum 70. Male die Befreiung Deutschlands vom Faschismus. Bereits jetzt hat das Redaktionsteam um Dr. Dieter Rostowski aus diesem Anlass eine Sonderausgabe des "Lausitzer Almanachs" herausgebracht. Im Mittelpunkt des Sammelbandes steht das Kriegsende 1945 in Ostsachsen. Die 246-seitige Band hält ein unglaublich vielseitiges Material bereit. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, kann das gesamte Inhaltsverzeichnis unter http://www.lausitzer-almanach.de/2.html nachlesen. Für die Gruppe Grenzlos von Interesse sind besonders die Auszüge aus einem 1978 geführten Interview mit Paul Bergmann (1902-1979), das wichtige Einblicke in das Funktionieren des Lagerlebens in Schwarzheide vermittelt, wo Paul Bergmann als "Leiter Arbeitseinsatz" eingesetzt war.
Das Buch kann unter
info@lausitzer-almanach.de bestellt werden; es kostet 10,50 € (+ 1,50 Porto).  nach oben - to the top
April 2014 Erster Ostermarsch in der Sächsischen Schweiz


Foto Böhme

19. April 2014. Erstmals fand in der Sächsischen Schweiz ein Ostermarsch statt. Die Wanderung führte am Ostersonnabend bei schönstem Sonnenwetter von Lichtenhain auf dem Panoramaweg nach Bad Schandau. Der Aufruf hatte sich an Friedensfreunde in Sebnitz, Hohnstein und Bad Schandau gerichtet. Wie aber Organisator Rainer Böhme (Die Linke), in Sebnitz und in Dolní Poustevna durch sein kommunalpolitisches Engagement bekannt, berichtete, "hatten wir Jugendliche aus Dresden und Heidenau dabei und wie es sich für unsere Gegend gehört auch tschechische Genossen aus Děčín und Ústí. Von tschechischer Seite war auch der Hejtman der Region Ústí Oldřich Bubeníček anwesend." Rainer Böhme betonte in seiner Auftaktansprache, dass man in Deutschland nur mit bürokratischen Auflagen eine Demonstration durchführen dürfe. Von den Freiheiten, die sich die Demonstranten auf dem Maidan in Kiew genommen hätten, und die von den Regierungen der EU und der USA so lauthals begrüßt und akzeptiert wurden, seien wir hier weit entfernt. -- Insgesamt 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte der Marsch, neben Mitgliedern der Linke und SPD auch viele Parteilose, die besorgt sind über die Kriege in der Welt und die Kriegsgefahr in der Ukraine. Der Erfolg des ersten Ostermarschs in der Region ermutigte den Organisator, auch nächstes Jahr wieder zum Ostermarsch aufzurufen. 
 
   
Fotos vom Marsch (© L. Richter, K. Fiedler und R. Böhme). Das
mittlere Bild zeigt Oldřich Bubeníček aus Ústí mit seiner Familie. nach oben - to the top
März 2014 Jacov Tzur verstorben


Foto Näser

Jacov Tzur gehörte zu den 1000 jüdischen Auschwitzhäftlingen, die im Juli 1944 in das KZ-Außenlager Schwarzheide bei Dresden verbracht worden, um die Bombenschäden an der Hydrierfabrik Brabag zu beseitigen und die Produktion des Werkes wieder in Gang zu bringen. Er überlebte das Kriegsende, ging später nach Israel und ließ sich im Kibbutz Na'an bei Tel Aviv nieder. Durch seine Erfahrungen, sein Wissen, seine Sprachkenntnisse und seine unermüdlichen Aktivitäten gehörte er für unsere Gruppe zu einem der wichtigsten Zeitzeugen. Immer wieder besuchte er seine tschechische Heimat, wurde aber auch häufig nach Deutschland eingeladen, zuletzt im Jahr 2013 an eine Rostocker Schule. 2005 hatte er uns anlässlich seines 80. Geburtstages für eine Woche nach Israel eingeladen und uns zu vielen geschichtsträchtigen Stätten in seinem Land geführt, - eine unvergessliche Reise. Auf einer Webseite der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gibt es ein 6-stündiges Interview mit Jacov Tzur aus dem Jahr 2011 (Zugangsdaten: Benutzername: grenzlos, Passwort: grenzlos). Hier erzählt er aus seinem Leben. 
Am 10. März 2014 verstarb Jacov im Alter von 88 Jahren. Ute und Dietmar Näser verfassten einen kurzen Nachruf auf ihn.
Nachruf PDF nach oben - to the top

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